Guide · Marcel Steiert

Claude in deinem Büro: alle fünf eingerichtet

Claude arbeitet direkt in Outlook, Excel, Word und PowerPoint, als Seitenleiste neben deiner Mail, deiner Tabelle, deinem Dokument. Kein Kopieren, kein Einfügen, kein Zurückkopieren. Ohne eine Zeile Code.

Hier bekommst du alle fünf Erweiterungen aus dem Beitrag, Schritt für Schritt eingerichtet, und zu jeder einen ersten Test, mit dem du in zwei Minuten siehst, ob alles läuft.

1. Outlook. Mailverläufe in offene Punkte verwandeln, Antworten als Entwurf. Hier fängst du an.
2. Excel, 3. Word, 4. PowerPoint. Ein einziges Add-in für alle drei. Einmal installieren, dreimal nutzen.
5. Gedächtnis. Deine Firma einmal erklären, mit meiner Steckbrief-Vorlage zum Kopieren.

Stand: Oktober 2026. Alle Angaben habe ich in der offiziellen Dokumentation von Anthropic nachgeprüft (claude.com/docs, Bereich „Claude for M365“, und die Claude-Hilfe zum Gedächtnis). Menüs können je nach Version leicht anders heißen, die Seitenleiste ist teils auf Englisch.

Zwei ehrliche Präzisierungen zum Beitrag: Excel, Word und PowerPoint sind laut Anthropic allgemein verfügbar, Outlook ist noch eine Beta. Läuft also gut, kann sich aber noch ändern. Und das Gedächtnis ist kein eigenes Add-in, sondern eine Einstellung: in jedem Office-Add-in das Feld „Instructions“ und in Claude selbst ein eigenes Projekt für die Firma. Wie beides geht, steht unten in Teil 5.

Was du brauchst

Nicht unterstützt: Office 2016 und 2019 als Kaufversion, die Apps auf iPad, iPhone und Android.


1. Outlook: hier startest du

Warum zuerst Outlook? Das Postfach frisst jeden Tag Zeit. Dort spürst du den Unterschied ab dem ersten Morgen. Claude liest den ganzen Verlauf, fasst ihn zusammen und schreibt Antworten als Entwurf. Abschicken tust immer du: Laut Anthropic hat das Add-in gar nicht die Berechtigung, selbst Mails zu senden.

  1. Add-in holen

    Öffne Microsoft AppSource, such nach „Claude for Outlook“ und klick auf Get it now. Achtung: Outlook hat einen eigenen Eintrag, getrennt vom Add-in für Excel, Word und PowerPoint.

  2. Einmalige Zustimmung des Administrators

    Claude liest Mails und Kalender über die Microsoft-Schnittstelle Graph. Dafür muss ein globaler Administrator deiner Firma einmal zustimmen. Fehlt das, erscheint beim ersten Versuch die Meldung „Need admin approval“.

    Den Zustimmungs-Link findest du in der Anleitung von Anthropic unter „Grant Microsoft Graph consent“. Der Administrator öffnet ihn angemeldet, sieht die Berechtigungen (Mails lesen und als Entwurf anlegen, Kalender lesen) und klickt auf Accept. Das gilt sofort für alle in der Firma.

  3. Öffnen und anmelden

    Outlook öffnen, eine beliebige Mail öffnen, oben in der Leiste der Nachricht auf Claude klicken und mit deinem Claude-Konto anmelden.

    Kein Claude-Knopf zu sehen? Im Lesebereich das Menü mit den drei Punkten öffnen, Aktionen anpassen wählen und unter Apps Claude anhaken. Tipp: Die Seitenleiste anheften, dann bleibt sie offen, während du durch die Mails gehst.

  4. Erster Test: der lange Verlauf in drei Punkten

    Öffne den längsten Mailverlauf, den du gerade hast, und schick das hier in die Seitenleiste:

    Test 1 · Verlauf zusammenfassen
    Lies den kompletten Verlauf. Sag mir in maximal fünf Punkten: Was ist entschieden, was ist noch offen und wer schuldet wem was bis wann? Nenn bei jedem Punkt die Mail, aus der er stammt.

    Laut Anthropic hängt Claude an jede Aussage einen Verweis auf die Mail, aus der sie stammt. Ein Klick öffnet die Original-Mail. So prüfst du in Sekunden nach.

    Test 2 · Antwort als Entwurf
    Schreib eine Antwort auf diese Mail: Liefertermin bestätigen, für Variante B einen Preis bis Freitag zusagen, Rückruf anbieten. Kurz, freundlich, verbindlich. Lass den Entwurf ungesendet.

    Der Entwurf landet im normalen Antwortfenster von Outlook. Den Ton übernimmt Claude aus deinen gesendeten Mails, deine Signatur hängt Outlook wie immer selbst an. Lesen, anpassen, selbst auf Senden klicken.

    Für jeden Morgen
    Geh meine ungelesenen Mails durch und sortiere sie in drei Gruppen: was mich braucht, was du für mich vorbereiten kannst und was ich archivieren kann. Pro Mail ein Satz, warum.

2. bis 4. Excel, Word und PowerPoint: ein Add-in für alle drei

  1. Add-in holen

    Öffne im Microsoft Marketplace den Eintrag „Claude for Microsoft 365“ und klick auf Get it now. Damit hast du Claude in Excel, Word und PowerPoint.

  2. In jedem Programm einmal aktivieren

    Windows: Start, dann Add-Ins, dann Claude. Mac: Extras, dann Add-Ins. Rechts öffnet sich die Seitenleiste, dort meldest du dich mit deinem Claude-Konto an. Das machst du einmal in Excel, einmal in Word, einmal in PowerPoint.

    Für die ganze Firma: Ein Administrator kann die Add-ins im Microsoft 365 Admin Center unter Einstellungen, Integrierte Apps für alle oder für einzelne Gruppen verteilen. Dann muss niemand selbst installieren.

Excel: frag deine Tabelle in normalen Worten

Keine Formel suchen. Claude antwortet mit Verweisen auf die Zellen, ein Klick springt direkt hin. Bevor Claude vorhandene Daten überschreibt, warnt es dich, und riskante Aktionen musst du bestätigen.

Erster Test · Offene Posten
Welche Rechnungen in dieser Tabelle sind älter als 90 Tage und noch nicht bezahlt? Markier die Zeilen farbig, ändere sonst nichts, und gib mir die Summe der offenen Beträge.
Mein Rat: Für den ersten Test eine Kopie der Datei nehmen. Und Claude in einem Satz sagen, was es ändern darf und was nicht. Makros und VBA kann das Add-in laut Anthropic nicht bearbeiten.

Word: Vorschläge statt Überraschungen

Claude ändert nur den markierten Text und behält Schrift, Absatzformat und Nummerierung bei. Damit jede Änderung als Überarbeitung kommt, die du annimmst oder ablehnst, nutzt du den Modus für nachverfolgte Änderungen.

Erster Test · Schwammige Stellen
Geh das Dokument durch und ersetze schwammige Formulierungen wie "zeitnah", "nach Möglichkeit" oder "in Kürze" durch konkrete Angaben. Wo dir die konkrete Angabe fehlt, ändere nichts, sondern setz einen Kommentar mit deiner Frage. Jede Änderung als nachverfolgte Änderung.

Laut Anthropic ist das ein Modus, der an sein muss. Jede Änderung kommt also nur dann als Überarbeitung, wenn du ihn einschaltest. Das letzte Wort hast du.

PowerPoint: Stichpunkte rein, Folien raus

Öffne zuerst deine Firmenvorlage. Claude liest den Folienmaster und baut die neuen Folien in deinen Farben, Schriften und Layouts. Diagramme legt es als echte PowerPoint-Diagramme an, die du später selbst bearbeiten kannst.

Erster Test · Drei Folien
Mach aus diesen Stichpunkten drei Folien im Layout dieser Vorlage. Eine Kernaussage pro Folie als Überschrift, maximal vier kurze Punkte darunter, keine eigenen Farben oder Schriften.

- [Stichpunkt 1]
- [Stichpunkt 2]
- [Stichpunkt 3]

Die eckigen Klammern ersetzt du durch deine eigenen Stichpunkte.


5. Gedächtnis: einmal erklären, nicht jeden Tag

Damit Claude weiß, wer deine Firma ist, wie ihr schreibt und für wen ihr arbeitet, gibt es zwei Stellen. Beide brauchst du nur einmal einzurichten.

  1. Steckbrief ausfüllen

    Kopier die Vorlage, füll sie in fünf Minuten aus und heb sie irgendwo auf. Du brauchst sie gleich mehrmals.

    Firmen-Steckbrief
    Firma: [Name, Branche, Standort, Anzahl Mitarbeitende]
    Was wir anbieten: [2 bis 3 Sätze]
    Typische Kunden: [wer, welche Größe, was ihnen wichtig ist]
    Unser Ton: [z. B. du oder Sie, kurz und direkt, freundlich, keine Floskeln]
    Feste Regeln: [z. B. Preise immer netto, Datumsformat TT.MM.JJJJ, Währung CHF oder EUR]
    Was du nie tust: [z. B. keine Zusagen zu Preisen oder Terminen ohne meine Bestätigung]
  2. In jedes Office-Add-in einfügen

    In der Seitenleiste von Excel, Word, PowerPoint und Outlook auf Settings, dort ins Feld Instructions den Steckbrief einfügen. Das gilt dann für jedes Gespräch in diesem Programm.

    Wichtig: Laut Anthropic gelten die Instructions nur im jeweiligen Programm. Was du in Excel einträgst, kennt Word nicht. Deshalb den Steckbrief in jedes Add-in einzeln einfügen.

    Im selben Menü findest du den Schalter „Let Claude work across files“. Ist er an, kann Claude zum Beispiel Zahlen aus der offenen Excel-Tabelle in die offene PowerPoint holen, ohne dass du etwas kopierst. Bei Pro und Max ist er standardmäßig an, bei Team und Enterprise aus.

  3. Ein eigenes Projekt für die Firma in Claude

    Für alles, was du in Claude selbst machst (Browser, Desktop-App, Handy): Leg unter Projects ein Projekt „Firma“ an und füg den Steckbrief in die Projekt-Anweisungen ein. Für Privates ein zweites Projekt „Privat“.

    Dann unter Settings, Memory prüfen, ob „Generate memory from chats“ an ist. Laut Anthropic hat jedes Projekt sein eigenes, getrenntes Gedächtnis. So bleibt Geschäftliches getrennt vom Rest. Was Claude sich gemerkt hat, siehst du dort unter Topics und kannst es bearbeiten oder löschen.

    Bei Team und Enterprise schaltet der Inhaber des Kontos das Gedächtnis frei, es ist dort zunächst aus.


Bevor du loslegst

Mein Rat zum Schluss

Richte nicht alle fünf an einem Nachmittag ein. Starte mit Outlook und nutze es eine Woche lang jeden Morgen. Wenn das sitzt, kommt das Programm dazu, in dem du am zweitmeisten Zeit verbringst. Den Steckbrief aus Teil 5 legst du am besten gleich am ersten Tag an.

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